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Meine Geschichte

Ein Dachboden ist etwas ganz Wundervolles, finde ich. Jedenfalls dann, wenn er vor Schachteln und Truhen nur so wimmelt. Wenn sich mehrere Koffer zu einem Turm stapeln und man Stunden braucht, um das, was hier drin schlummert, zu entdecken, darin zu wühlen, sich rein zu graben in all diese Erinnerungen. Was für ein Abenteuer, oder etwa nicht?

Ich glaube, wenn man den Dachboden einer Person kennt, dann weiß man schon ziemlich viel über diesen Menschen, man kennt ein gutes Stück seiner Lebensgeschichte. Wie hat derjenige bisher gelebt, was ist, was war ihm wichtig? Denn ist es nicht so? Jeder bewahrt vor allem das „für immer“ auf, was ihm wichtig ist – also so richtig, richtig wichtig – und das macht einen großen Teil eines Menschen aus.

Auf viele verschiedene Fragen zu meiner Person und zu meinem Leben gibt es daher eine Antwort, die sehr oft passt: 

„Hast du etwas Zeit? Dann angle nach deiner Taschenlampe und komm mit ... Achtung, zieh den Kopf ein bisschen ein ... traust du dich auch durch die knarrende Tür? Die wackelige Leiter nach oben? Ja? Super, dann kann ich nur sagen: Geschafft. Willkommen auf meinem Dachboden!"

Ich wurde in Hongkong geboren, doch als ich zwei Jahre alt war, sind wir in eine kleine süddeutsche Stadt namens Maulbronn gezogen, wo ich aufgewachsen bin. In Maulbronn steht ein sehr berühmtes Kloster, das jedes Jahr von vielen Menschen besucht wird. Lange Zeit hat meine Mutter dort Eintrittskarten verkauft und das war ein großes Glück für mich, denn: das Kloster war mein bester Spielplatz. Nicht nur meine Hausaufgaben habe ich dort erledigt, ich konnte zwischen den alten Mauern auch ganz prima Verstecken spielen, ein bisschen im Kreis hüpfen und manchmal durfte ich den Besuchern Ansichtskarten verkaufen – und bekam hier und da ein paar „Pfennige“ geschenkt. Einmal – ich kann es immer noch nicht fassen - haben meine Freundin und ich im Kloster sogar einen richtigen Schatz gefunden! In einer Ecke lagen viele, viele Münzen, was waren wir aufgeregt! Woher das Geld kam, konnten wir trotz eifriger Detektivarbeit nicht herausfinden. Aber wir durften uns davon ein Eis kaufen, und das war natürlich ziemlich prima.

Ich bin ohne Geschwister aufgewachsen, dafür aber mit vielen Puppen, von denen einige bis heute auf meinem Dachboden wohnen. Meine Hobbys sind lesen, schreiben, fotografieren und Musik hören. Früher war ich sehr oft auf Konzerten, zum Beispiel bei der Gruppe "Pur", den "Toten Hosen", bei Peter Maffay, den "Hooters" und Marius Müller Westernhagen. Ich spiele gerne - wenn auch nicht sooo gut - Gitarre. Bücher und Tagebücher, Brettspiele – die ich schon damals mochte und heute mit meinen eigenen Kindern spiele – alte Kameras ... das alles findet ihr in meiner „Erinnerungskiste“ auf dem Dachboden.

Nach dreizehn Jahren Schule habe ich eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester gemacht. Danach war ich vier Monate in Chicago, wo ich in einem Kindergarten arbeitete und nebenbei Senioren während ihrer Mahlzeiten betreut habe. Chicago ist eine tolle Stadt und ich erinnere mich gerne an den großen Michigansee, wo einem der Wind nur so um die Ohren pfeift. Die Fotoalben auf meinem Dachboden füllen einen ganzen Koffer. Ich bin sehr dankbar, dass ich außerdem die Gelegenheit hatte, nach Australien zu reisen, was mein allergrößtes Reiseerlebnis war. Aber auch Irland, Norwegen, Österreich und die Schweiz gehören zu den Ländern, die ich sehr mag. Und von der Ostsee kann ich sowieso nie genug bekommen!

Irgendwann habe ich noch „Public Management“ studiert und eine Weile als Hauptamtsleiterin und Pressereferentin auf Rathäusern gearbeitet. Aber da wusste ich eigentlich schon, dass ich am liebsten nur noch Bücher schreiben würde. Jeden Morgen bin ich zwischen 4.00 Uhr und 4.30 Uhr aufgestanden, um an meinen Geschichten zu arbeiten. Dann habe ich meine Familie geweckt und bin ins Rathaus gefahren. Am Abend habe ich die Kapitel für den kommenden Tag vorbereitet und bin todmüde in mein Bett gefallen. Aber dann ... irgendwann ... habe ich meinen ganzen Mut zusammengenommen und beschlossen, meinen Traum vom Leben als Autorin in die Tat umzusetzen. Jetzt kann ich jeden Tag Geschichten schreiben. Und daraus vorlesen. Das ist sehr wundervoll, denn: Genau so möchte ich leben!

Heute arbeite ich oft in meinem Wohnwagen. Und bin sehr gerne in Süddeutschland zuhause, wo ich mit meinem Mann, meinem Sohn, meinen Töchtern und unseren zwei Katzen lebe.

So... Das waren sie, meine Dachbodenschätze.
Ich würde sagen, nun kennt ihr mich wirklich ziemlich gut. 

Ach, eines noch ... Wenn ihr die Leiter jetzt wieder nach unten klettert ...
Vergesst nicht, den Dachbodenstaub von euren Schuhen zu klopfen. Sonst hinterlasst ihr unten am Bildschirm womöglich ein paar Spuren ...