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Wie, Wohnwagen?

Manchmal sollte man loslassen ...

... um für Neues Platz zu schaffen.

Vor kurzem habe ich meinen Wohnwagen verkauft. Warum? Weil ich nun in einem sagenhaften Wintergarten schreiben und arbeiten darf. Specht, Amsel und Eichhörnchen beobachte ich nun von hier aus - und bald werde ich euch davon erzählen.

Ein zauberhafter Ort

Mein Wohnwagen ist ein ganz zauberhafter Ort, auch wenn er von außen erst einmal sehr gewöhnlich daherkommt. Doch sobald ich drinnen an meinem Schreibtisch sitze und auf die Felder gucke, passiert etwas Außergewöhnliches: mit jeder Minute fühle ich mich mehr und mehr verzaubert.

In meinem Wohnwagen gibt es alles, was man sich als Autorin nur wünschen kann: einen großen Schreibtisch, ein märchenhaftes Sofa mit bunten Kissen, eine Küchenecke mit Platz für viele große Kaffeetassen - und natürlich ein Bett. Denn manchmal sollte man auch über Nacht dort bleiben, wo sich Geschichten am liebsten aufhalten. Und das kann ich euch sagen: Es scheint mir wirklich, Geschichten finden ihren Weg viel leichter in einen Wohnwagen als in normale Büros und Häuser.

Ein inspirierender und zugleich arbeitsreicher Ort

Wenn ich morgens die Klappe öffne, hinter der sich die Tür meines Wohnwagens versteckt, guckt mir manchmal eine Amsel über die Schulter und zwitschert mir die ersten Sätze ins Ohr. Ein bisschen später, wenn die erste Kaffeetasse gefüllt ist, kann ich die Ponys beobachten, die sich in den morgendlichen Sonnenstrahlen auf der Erde wälzen und manchmal so nahe kommen, dass ich ihnen ein „Guten Morgen“ ins Ohr flüstern kann. Die Katze, die um die Mittagszeit um meinen Wohnwagen schleicht, schnurrt zufrieden, wenn ich ihr ein bisschen davon erzähle, was ich den Vormittag über geschrieben habe. Dann schweift mein Blick über die Wiesen und Felder und ich freue mich so sehr über diesen naturnahen, ruhigen Ort  ...

Aber – STOPP! Manchmal ist es auch anders. Ganz, ganz anders ... 

Kaum dass ich an meinem Schreibtisch sitze, klingelt das Telefon. Meine Ablage ruft nach Sortierung und der nächste Termin möchte vorbereitet werden. Ja, man kommt als Autorin um die alltägliche Büroarbeit nicht herum. An diesen Tagen verwandelt sich mein Wohnwagen tatsächlich in ein ganz normales Büro - wenn auch, zugegeben, in wunderschöner Umgebung ... Sehr, sehr oft sitze ich für Stunden ohne Unterbrechung am Schreibtisch. Ich brüte über jedem einzelnen Kapitel, über jedem einzelnen Satz. So lange, bis er mir gefällt und ich überzeugt bin, dass es keinen besseren gibt. Bis ich das Gefühl habe: jetzt sitzt jeder Buchstabe genau da, wo er hingehört. Block, Stifte, Klebezettel, Listen und Tabellen liegen dann dicht an dicht und Amsel, Ponys und Katzen müssen ohne mich auskommen – und ich ohne sie. Bis alles Wichtige erledigt ist und ich wieder Zeit finde, der kleinen Amsel zuzuhören und wir uns zusammen neue Geschichten ausdenken ...   

Ein Ort wie ein Zuhause

Der Wohnwagen ist mein Büro – aber eben nicht nur.
Er ist wie ein Zuhause.

Ich wünsche allen Menschen auf der Welt, dass sie einen solchen Ort für sich finden. Einen Platz, wo sie sich inspiriert fühlen und sich auf das konzentrieren können, was ihnen wichtig ist. Wo sie loslassen können, was sie bedrückt.

Einen Ort, an dem sie sich einfach Zuhause fühlen -
und mit ein bisschen Glück hier und da glitzernde Spuren hinterlassen können.